Alinas Geschichte: So kann ein Coaching ablaufen
Ich bekomme häufig die Frage, wie man sich ein Coaching bei mir vorstellen kann, was genau Themen und Methoden sein könnten und wie eine Coachingsitzung abläuft. In diesem Blogartikel habe ich beispielhaft den Ablauf eines Coachings mit einer Kundin beschrieben.
Da das Coaching bei mir vertraulich ist und ich die Inhalte nicht öffentlich teile, habe ich hier von mehreren Kundinnen Aspekte vereint, die sich häufig zeigen. Ich habe jedoch darauf geachtet, dass keine Rückschlüsse auf eine bestimmte Person gezogen werden können.
Viel Spaß beim Lesen!
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Die Ausgangslage
Alina ist Anfang 30 und seit 5 Jahren Single.
Alina wünscht sich einen Partner, mit dem sie in den Urlaub fahren kann. Jemanden, dem sie abends einfach erzählen kann, wie ihr Tag war.
Sie hat zwar Freundinnen, aber die haben auch nicht immer Zeit und das ist auch nicht dasselbe. Alleine etwas zu unternehmen traut sie sich meistens nicht.
Mit einer Beziehung hat es nun schon länger nicht geklappt.
Umfeld
In ihrem Freundeskreis und in der Familie ist sie die Einzige ohne Partner:in. Alle anderen sind vergeben, verheiratet oder haben sogar schon Kinder. Sogar ihre Teenie-Cousine hat jetzt einen Freund!
Die Fragen nach ihrem Liebesleben kann sie so langsam nicht mehr hören. Ebenso wenig die gut gemeinten Ratschläge, wie “Geh doch mal zum Speeddating!” oder "Sei doch nicht so wählerisch!”.
Obwohl sich Alina für die anderen freut, fühlt Alina eher Neid. Dabei will sie das gar nicht. Sie gönnt den anderen ihr Glück von Herzen, aber wünscht sich gleichzeitig, dass es bei ihr auch endlich so weit ist.
Manchmal ärgert es sie, dass es bei anderen Menschen mit der Liebe so einfach zu sein scheint. Die treffen sich, mögen sich, kommen zusammen und es läuft einfach alles (zumindest von außen betrachtet). Dagegen hat Alina das Gefühl, sich in diesem Lebensbereich unheimlich anstrengen zu müssen und denkt oft “Warum gerade ich?!”.
Kinderwunsch
Hinzu kommt, dass sie sich Kinder wünscht und die “biologische Uhr” immer lauter tickt. Am liebsten möchte sie das gemeinsam mit einem Partner machen. Natürlich nicht sofort nach dem Kennenlernen, sie möchte vorher schon noch ein paar entspannte Jahre zu zweit haben, aber perspektivisch.
Damit dieser Zeitplan hinhaut, sollten sie sich aber bald kennenlernen. Das löst in Alina großen Druck aus. Sie hat auch Angst davor, dass es vielleicht nie klappen wird und sie für immer allein bleiben wird, während alle anderen Teil einer glücklichen eigenen Familie sind.
Beim Dating fällt es ihr schwer, das Thema anzusprechen. Sie möchte dem anderen keinen Druck machen - und sie will ja auch nicht sofort Kinder bekommen. Trotzdem möchte sie gerne wissen, ob es für den Mann generell in Frage kommt, denn wenn nicht, wäre das ein Ausschlusskriterium für sie.
Vergangene Beziehungen
In ihrer letzten Beziehung hat Alina oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten angestellt, um ihren Freund Micha glücklich zu machen.
Sie wollte stets die perfekte Freundin sein und hat sich dafür sehr angestrengt.
Für ihre Anstrengungen bekam sie allerdings nicht die erhoffte Liebe, Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Also strengte sie sich noch mehr an.
Irgendwann hatte Micha aber immer weniger Zeit für sie. Das löste große Verlustangst bei ihr aus. Um ihn nicht zu verlieren, hat sie geklammert und versucht, jede freie Minute mit ihm zu verbringen. Dieses Verhalten hat leider das genaue Gegenteil bewirkt: Micha hat die Beziehung schließlich beendet.
Alina hatte sich in ihrer Beziehung selbst verloren, bis sie gar nicht mehr wahrnehmen konnte, was sie eigentlich selbst fühlte und wollte. Sie war sehr von ihrer Verlustangst beherrscht und darum bemüht, alles richtig zu machen. Irgendwie hat sie sich im Vergleich zu Micha immer klein und abhängig gefühlt.
So eine Beziehung will Alina auf keinen Fall nochmal. Allerdings ist sie sich nicht sicher, wie sich eine Beziehung stattdessen anfühlen kann, weil sie nie eine “gesunde” Beziehung auf Augenhöhe hatte.
Datingleben
Seitdem die Beziehung mit Micha vor 5 Jahren endete, ist Alina Single. Fast ebenso lange wünscht sie sich eine Beziehung.
Alina versucht immer mal wieder, online jemanden kennenzulernen. Zwischendurch ist sie so frustriert, dass sie alle Apps wieder löscht, nur um sie ein paar Wochen später wieder zu installieren.
Sie hat eigentlich keine Lust auf online Dating, aber weiß nicht, wie sie sonst jemanden kennenlernen soll. Denn auf der Arbeit gibt es niemanden interessanten, in ihrem Freundeskreis sind alle vergeben und beim Yoga sind auch hauptsächlich Frauen.
Das Online-Schreiben findet sie sehr zäh, denn die Männer ergreifen kaum die Initiative oder beschränken sich auf oberflächliche “Anmachsprüche”. Und wenn mal ein Date zustande kommt, gibt es 2 Szenarien:
Der Mann ist zu nett und sie kann sich nicht mehr als Freundschaft vorstellen. Dann beendet sie die Sache direkt nach dem ersten Date. Manchmal trifft sie sich auch noch ein zweites Mal mit ihm.
Da sie sich aber nach dem ersten Date innerlich schon entschieden hatte, ist sie nicht offen und gibt ihm keine echte Chance.Sie fand das Date schön und möchte den Mann näher kennenlernen. Oft sind das sehr selbstbewusste Typen, die aber irgendwie nicht so richtig verfügbar sind.
Sie haben vielleicht erst kürzlich eine Beziehung hinter sich, einen zeitaufwändigen Job oder wollen sich einfach nicht auf etwas Festes einlassen - oder alles zusammen.
Dann kommt entweder nur selten etwas von den Männern, sodass sie immer wieder die Initiative ergreifen muss, oder sie wird einfach geghostet.
Eigentlich wünscht sich Alina aber ein drittes Szenario: Dass ein Mann, den sie interessant findet, auch an ihr interessiert ist. Einen, der auch mal etwas vorschlägt und ihr Aufmerksamkeit schenkt. Dass es zur Abwechslung mal leicht ist und Spaß macht und sie sich nicht immer so anstrengen muss.
Gefühlslage
Aufgrund der vielen negativen Dating Erfahrungen weiß Alina überhaupt nicht mehr, was für einen Typ Mann sie sucht. Diejenigen, die sie interessant findet, tun ihr nicht gut, und mit den anderen langweilt sie sich.
Sie hat das Vertrauen in ihre eigene Urteilsfähigkeit verloren und fragt sich, ob sie sich einfach mit jemandem abfinden muss, der zwar nicht so toll ist, aber ihr gut tut. Sie überlegt auch, ob das Gefühl der Verliebtheit etwas ist, das in "erwachsenen" Beziehungen noch vorkommt, oder ob es normal ist, dass das nicht da ist.
Da sie nun schon so lange Single ist, von ihrem letzten Partner verlassen wurde und die Männer, die sie toll findet, ihr nichts zurückgeben, fragt sie sich, ob es an ihr liegt.
Sie fühlt sich einsam, traurig und hilflos, weil sie nicht mehr weiß, was sie noch für ihr Ziel einer Beziehung tun kann. Alina hat große Angst, für immer allein zu sein und dass sich ihr Traum einer schönen Beziehung und einer Familie nie erfüllen wird.
Der Coachingprozess
Wie läuft also ein Coaching bei mir ab und wie konnte Alina mit Hilfe eines Coachings ihre Probleme lösen?
1. Erstgespräch & Zielklärung
In der ersten Coachingsitzung analysierten wir erst einmal Alinas Ausgangslage.
Für sie wichtige Themen waren vor allem “Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit stärken” sowie die Auseinandersetzung mit ihren Verlustängsten.
Konkret wollte sie das Coaching dazu nutzen, um …
…sich selbst besser kennenzulernen, da sie sich während ihrer letzten Beziehung und auch beim Dating oft sehr auf die andere Person fokussiert und sich selbst “vergessen” hat.
…zu lernen, in Beziehungen und beim Dating eigene Bedürfnisse zu kommunizieren und mehr von sich zu zeigen.
…herauszufinden, was für ein Partner zu ihr passt und zu definieren, was ihr in einem Partner und in einer Beziehung wichtig ist.
…Strategien zum Umgang mit ihrer Verlustangst zu finden.
2. Traumbeziehung und -partner
Alina hat für sich definiert, wie eine Beziehung für sie idealerweise aussehen würde. Sie wünscht sich diesmal eine Beziehung auf Augenhöhe, in der sie einfach sie selbst sein kann. Darin möchte sie sich zugleich geborgen und frei fühlen.
Sie hat auch überlegt, wie ihr idealer Partner sein könnte. Dabei hatte sie Angst, es so eng zu definieren, dass es quasi unmöglich wäre, diesen zu finden. Sie fand aber 3 Punkte, die für sie unverhandelbar sind und auf die sie in Zukunft beim Dating achten wollte.
Eine Erkenntnis war auch, dass sie meist Männer interessant findet, die Eigenschaften verkörpern, die sie sich für sich selbst wünschen würde. Das sind z.B. Mut oder Selbstbewusstsein. Um sich in Zukunft weniger abhängig von ihrem Partner zu machen, wollte sie im Laufe des Coachings versuchen, diese Eigenschaften in sich selbst zu stärken.
3. Bestandsaufnahme: Glaubenssätze
Um das Selbstwertgefühl zu stärken, ist es wichtig, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen. Dafür habe ich Alina im Coaching dabei unterstützt, sich ihre unterbewussten Überzeugungen (Glaubenssätze) über sich, Beziehungen, Männer und Frauen bewusst zu machen.
Das geht am besten über die Betrachtung von vergangenen Beziehungen und Erfahrungen aus der Kindheit.
Vergangene Beziehungserfahrungen
Wir haben gemeinsam ihre vergangenen Beziehungserfahrungen analysiert und versucht, einen roten Faden zu finden.
Mit Micha hat sich Alina oft klein und abhängig gefühlt und sich sehr angestrengt, alles richtig zu machen.
Sie fand heraus, dass sie unterbewusst bestimmte Überzeugungen hat, die zu diesen Gefühlen und ihrem Verhalten führen. Ihre Glaubenssätze waren:
Ich werde eh verlassen.
Ich muss perfekt sein (sonst werde ich verlassen).
Ich bin nicht gut genug.
Ich darf nicht zur Last fallen.
Ich bin nicht wichtig.
Ich muss mich anstrengen, um geliebt zu werden.
Ihr inneres Kind
In der Arbeit mit dem “inneren Kind” setzte sich dieser rote Faden fort. Alinas Eltern waren in ihrer Kindheit oft gestresst und hatten wenig Zeit für sie.
Daher hat sie sich als Kind bemüht, den Eltern mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen nicht noch mehr zur Last zu fallen.
Sie hat versucht, das perfekte Kind zu sein, damit die Eltern mit ihr noch mehr Zeit verbringen würden.
Dass es gar nicht an ihr lag, dass sie so wenig Zeit hatten und so gestresst waren, konnte sie damals nicht begreifen. Ihre Eltern haben trotz aller Anstrengung doch nicht mehr Zeit mit ihr verbracht, wodurch sich die Glaubenssätze “Ich bin nicht gut genug.” und “Ich werde verlassen.” bildeten.
Glaubenssätze sind ein Erklärungsversuch des Gehirns und ein Versuch, die Kontrolle über die Situation zu behalten. Denn wenn es an mir liegt, wie sich die anderen verhalten, dann habe ich die Kontrolle über die Situation. Wenn nicht, bin ich letztendlich hilflos.
An der Beziehung ihrer Eltern konnte Alina zudem lernen, wie Beziehungen funktionieren. Ihre Mutter hat sich damals sehr nach ihrem Vater gerichtet: Er hat alles bestimmt. Daraus entstand der Glaubenssatz: “Frauen sind abhängig.”
Konflikte wurden mit Schweigen “gelöst”. Irgendwann hat der Vater die Familie verlassen. Glaubenssätze, die daraus entstanden, waren: “Man darf sich in einer Beziehung nicht streiten.” und “Ich werde eh verlassen.”
4. Ihr neues Ich: Hilfreiche Glaubenssätze finden
Durch die Analyse ihrer Erfahrungen konnte Alina sich viele ihrer negativen Glaubenssätze bewusst machen. Diese lieferten ihr auch eine Erklärung für die Dynamiken in ihren vergangenen Beziehungen. Allein das Bewusstmachen gab ihr bereits Hoffnung und Zuversicht, dass sich etwas ändern kann.
Der nächste Schritt war dann, die blockierenden Glaubenssätze im Bewusstsein durch neue, positive zu ersetzen. Alina hatte in der Vergangenheit schon einmal mit positiven Affirmationen gearbeitet, was ihr aber nichts gebracht hat. Deshalb war sie erst einmal misstrauisch, wie das funktionieren soll.
Wichtig beim Definieren von neuen Glaubenssätzen ist es, dass du sie dir selbst auch glauben kannst. Von “Ich bin nicht gut genug.” zu “Ich bin supertoll.” wäre ein zu großer Schritt, weswegen es die Wirkung verfehlen würde. Wichtig ist auch, dass es eine eigene Formulierung ist, also ein Satz, den du so auch selber sagen würdest.
Alina fand für sich zunächst die Formulierung: “Ich werde von meinen Freunden gemocht, wie ich bin.” Die Einschränkung “von meinen Freunden” war für sie wichtig, sodass sie es sich jetzt schon glauben konnte. Im nächsten Schritt kann der Satz immer weiter angepasst werden, bis sie vielleicht irgendwann glauben kann “ Ich werde geliebt, wie ich bin.”
Ähnlich sind wir auch bei den anderen negativen Glaubenssätzen vorgegangen. Die neuen, positiven Sätze hängte sich Alina sichtbar in ihrer Wohnung auf, sodass sie immer wieder daran erinnert wurde.
Anwendung neuer Glaubenssätze im Alltag
Im Anschluss definierte Alina, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten würde, wenn sie den neuen Glaubenssatz verinnerlicht hat. Zum Beispiel würde sie dann auf einem Date mehr von sich erzählen, oder würde auf der Arbeit auch mal “nein” sagen.
Nach und nach setzte sie diese neuen Verhaltensweisen im Alltag um. Es klappte nicht immer, aber immer öfter. Sie machte dadurch neue, positive Erfahrungen: Ihre Datingpartner freuten sich darüber, dass sie so offen war, und es passierte überhaupt nichts Schlimmes, wenn sie auf der Arbeit eine Aufgabe ablehnte.
Nach und nach konnten sich so ihre neuen Glaubenssätze und Verhaltensweisen festigen und waren irgendwann so selbstverständlich für sie, dass sie irgendwann automatisch abliefen. Sie sickerten ins Unterbewusstsein und bildeten so Alinas neues, positiveres Selbstbild.
5. Sich selbst besser kennenlernen
Da Alina in Beziehungen generell (nicht nur in der Liebe) sehr auf das Gegenüber fokussiert ist, weiß sie oft nicht, was sie selbst gerade fühlt oder möchte. Eines ihrer Ziele war, ihre Bedürfnisse mehr zu kommunizieren. Daher war der erste Schritt, ihre Wahrnehmung zu schulen.
Dafür bekommt sie die Aufgabe, sich im Alltag selbst zu beobachten, vor allem in Situationen, die negative Gefühle in ihr auslösen. Diese hält sie in einem Tagebuch fest, mit Beschreibung der Situation, ihren Gedanken, Gefühlen und (unerfüllten) Bedürfnissen
In der nächsten Coachingsitzung sprechen wir darüber und Alina nimmt sich vor, sich in diesen Situationen anders zu verhalten. Wie genau definieren wir ebenfalls gemeinsam. Im Fokus steht dabei die Kommunikation von Gefühlen und Bedürfnissen an andere Menschen. Mit Hilfe von Rollenspielen üben wir die Situationen im Vorhinein. Auch Übungen zum Perspektivwechsel helfen Alina, sich darauf vorzubereiten.
Ihre Bedürfnisse zu kommunizieren, übt sie zunächst mit Freundinnen, in der Familie und auf der Arbeit. Sie merkt, dass die Menschen sich freuen, wenn sie mehr von sich zeigt. Sie wird so transparenter für andere und die Beziehungen fühlen sich authentischer an.
Rückschläge
Teilweise bekommt sie aber auch Gegenwind. Auf der Arbeit hat sie immer zu allen Aufgaben “ja” gesagt, auch wenn sie damit überfordert war. Eine ihrer Kolleginnen reagiert ungehalten, als sie diesmal “nein” sagt. Die Situation klärt sich allerdings, und die Aufgaben werden in Zukunft besser verteilt. Dadurch gewinnt Alina wiederum sehr Selbstsicherheit, was sich auch auf andere Lebensbereiche auswirkt.
Eine Erkenntnis ist, dass “für sich einstehen” auch manchmal auf Widerstand bei anderen Menschen stoßen kann, aber dass es trotzdem okay ist, das zu tun und dass Beziehungen trotzdem weiter bestehen können, auch wenn es mal eine Meinungsverschiedenheit gibt.
Das hatte Alina in ihrem Elternhaus nie gelernt. Deswegen ist das jetzt neu für sie, und sie muss zunächst noch das Vertrauen aufbauen, dass es okay ist, Bedürfnisse zu kommunizieren und sich von den Wünschen anderer abzugrenzen .
6. Sich beim Dating “zeigen”
Auch beim Dating möchte Alina nun authentischer sein. Das tut sie unter anderem so:
Das Thema Kinder ansprechen.
Ansprechen, wenn sich jemand kaum meldet.
Grenzen kommunizieren (z.B. noch nicht bereit, körperlich einen Schritt weiter zu gehen)
Unsicherheit kommunizieren.
Mehr die Initiative ergreifen, aktiv Vorschläge machen.
Alina merkt, dass, wenn sie sich verletzlich zeigt, ihr Datingpartner sich auch mehr öffnet. So wird beim Dating eine ganz neue Ebene und Tiefe erreicht. Indem sie sich so zeigt, wie sie ist - mit allen Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen - gibt sie dem anderen eine wirkliche Chance, sie kennenzulernen. Auch sie selbst findet auf diese Weise besser heraus, wer zu ihr passen könnte und wer nicht.
Zwar ist nicht sofort ihr Traummann dabei, aber das Dating und Kennenlernen fühlt sich leichter an und sie sammelt viele positive Erfahrungen damit, sie selbst zu sein. So wird ihr neues, positives Selbstbild weiter gestärkt.
Mehr Leichtigkeit beim Dating
Eine hilfreiche Perspektive ist der Fokus darauf, statt “den Partner fürs Leben” einfach “neue Menschen” kennenzulernen. Das nimmt für Alina den Druck raus und sie kann sich beim Dating mehr fallen lassen und einfach schauen, was sich ergibt.
Alina erlebt häufig den Fall, dass wenn sie jemanden gut findet, ihn unbedingt von sich überzeugen möchte, sich verkrampft und ins Grübeln gerät.
Um wieder mehr Augenhöhe zu erlangen, war es für sie nützlich, sich daran zu erinnern, dass er auch sie überzeugen muss, und nicht nur andersherum. Dabei geholfen hat ihr auch, eine Liste mit all den Gründen zu erstellen, warum man sich in sie verlieben sollte und was sie alles in eine Beziehung mitbringt.
Außerdem hat sie während des Coachings Strategien kennengelernt, um bei Dates mehr im Moment zu sein, anstatt sich im Gedankenkarussell zu verlieren.
7. Unterbewusste Ängste
Nach manchen Dates fühlte sich Alina hin- und hergerissen, ob sie sich nochmal mit dem Mann treffen sollte oder nicht. In diesen Situationen half ihr die Übung “Das innere Team”, welche die unterschiedlichen “Stimmen” im Kopf sichtbar macht. Sie hilft dabei, mit Abstand auf die Situation schauen zu können und dann noch einmal bewusst zu entscheiden, wie man handeln möchte.
Ihr wurde dadurch bewusst, dass sie sich meist sehr von ihrem inneren “Kontrollfreak” leiten lässt. Dieser verzweifelt beim Dating geradezu, da es nicht kontrollierbar ist, wie sich eine andere Person verhalten wird.
Auch wurde dadurch ihre große Verlustangst sichtbar, die auch schon während der ersten Dates auftreten kann. Nämlich sobald Alina jemanden interessant findet.
Wir arbeiteten dann Strategien heraus, wie sie mit diesen beiden Anteilen umgehen kann, um sich weniger von ihnen blockieren zu lassen.
Zweifel
Zwischendurch gerät Alina ins Zweifeln, ob es denn je klappen wird. Sie geht auf Dates, zeigt sich wie sie ist, gibt den Männern eine Chance, aber irgendwie hat es trotzdem noch nicht funktioniert. So langsam wird sie ungeduldig und ist frustriert, dass sie noch nicht weiter ist.
Was ihr dann geholfen hat, war, sich bewusst zu machen, was sie alles in den letzten Wochen schon erreicht hat, und sich immer wieder an ihr Ziel zu erinnern. Außerdem war es nützlich zu schauen, was sie aus den einzelnen Dating-Erfahrungen gelernt hat und für sich in Zukunft mitnehmen kann.
Gefühle verstehen
Abgesehen davon hat Alina gelernt, auch negative Gefühle zu akzeptieren und deren Botschaften zu verstehen. Vorher hatte sie immer Angst, von ihnen überrannt zu werden, sollte sie sie zulassen. Nun weiß sie aber, dass sie von alleine wieder gehen, wenn sie nur für einen Moment zugelassen werden.
Auch für eine Entscheidung, ob ein Mensch der richtige Partner ist oder nicht, sind die Gefühle unabdingbar. Alina hatte zwar am Anfang ihre 3 Punkte, die ein Partner haben sollte, definiert, was ihr Sicherheit gegeben hat. Dennoch hat der Verstand auch seine Grenzen, und das Gefühl ist entscheidend.
8. Glücklich mit dem eigenen Leben sein
Um eine Beziehung auf Augenhöhe zu schaffen, ist es wichtig, bereits ohne Partner glücklich mit dem eigenen Leben zu sein.
Auf diese Weise muss der Partner später keine Lücke füllen, oder die Verantwortung für dein Glück übernehmen.
Daher hat Alina sich auch überlegt, welche anderen Wünsche und Ziele sie, abgesehen von einer Beziehung, in ihrem Leben hat und was die ersten Schritte hin zu diesen Zielen sein könnten.
Eine andere Herangehensweise war, dass Alina sich überlegt, welche der Aktivitäten, die sie mit ihrem Partner machen möchte, sie auch jetzt schon machen kann. Sei es mit Freundinnen oder alleine.
So probierte Alina eine Vielzahl von Dingen aus: Sie ging alleine ins Kino, organisierte einen Brunch mit Freundinnen, suchte sich einen Leih-Hund zum gelegentlichen Gassi-Gehen und machte alleine einen Städtetrip.
All das hat auf den ersten Blick nichts mit einer Beziehung zu tun, aber es macht Alina glücklicher und selbstbewusster und half ihr somit indirekt bei ihrem Ziel einer Beziehung auf Augenhöhe.
Das Ergebnis
Das Coaching hat Alina dabei geholfen, ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken. Sie hat nun ein positiveres Bild von sich selbst und denkt immer häufiger: "Ich bin gut so, wie ich bin.”
Sie empfindet mehr Lebensfreude und Leichtigkeit in ihrem Alltag und ist glücklicher mit sich und ihrem Leben. Das Dating und Kennenlernen macht nun mehr Spaß und sie macht sich weniger Druck.
Sie kann sich nun für ihre Freundinnen freuen, wenn sie heiraten und vertraut darauf, dass sich ihr Wunsch einer schönen Beziehung ebenfalls erfüllen wird.
In all ihren Beziehungen ist sie nun mehr bei sich und zeigt sich wie sie ist, statt sich immer nach den anderen zu richten, um gemocht zu werden. Somit haben sich auch ihre Freundschaften weiter vertieft.
Außerdem hat Alina Strategien im Umgang mit ihren Ängsten und negativen Gefühlen gefunden. Diese kann sie in Zukunft auch selbst außerhalb des Coachings anwenden, wenn es nötig ist.
Insgesamt hat Alina es geschafft, unterschiedliche Blockaden auf dem Weg in eine Beziehung zu überwinden, wie u.a. ihre Ängste, negative Glaubenssätze, und ein negatives Selbstbild. Sie ist nun offener für eine Beziehung, aber auch bereits jetzt ohne Partner zufrieden mit sich und ihrem Leben.
Hast du ähnliche Herausforderungen wie Alina? Dann kann ein Coaching der richtige Weg für dich sein.
Ich bin Erika, Single- und Beziehungscoachin.
Ich helfe Frauen dabei, die Grundlage für eine Beziehung auf Augenhöhe zu schaffen.
Buche über den Button unten ein Minicoaching und wir schauen gemeinsam, wie ich dir helfen kann.